Review Challenge Europe 2008
„Where the fuck are we?“ fragte der norwegische EU-Kenner Paal Frisvold, als er von globalen Herausforderungen – die auch Nicht-Mitgliedsstaaten wie die Schweiz und Norwegen betreffen – sprach, für welche die EU gemeinsame Lösungen sucht. Die Antwort auf seine Frage wurde den Teilnehmern während der Seminarwoche in Brüssel deutlich aufgezeigt: Nicht dabei.
Bereits zum fünften Mal gelang es der young european swiss (yes) mit dem Projekt „Challenge Europe“ interessierten jungen Schweizerinnen und Schweizern einen einmaligen Einblick in die Europäischen Union und die Beziehungen Schweiz – EU zu bieten. Vierzig Schweizer Studenten aus allen Landesteilen stellten sich der Herausforderung einer europapolitischen Debatte, wie sie in der Schweiz leider allzu selten geführt wird.
In den regionalen Einführungsseminaren in Lausanne, Luzern und Zürich informierten sich die Teilnehmer über die Beziehungen der Schweiz zur Europäischen Union. Hochkarätige Gäste aus Politik und Wissenschaft (mehrere National- und Ständeräte sowie Universitätsprofessoren) legten dabei ihre Sicht dar und beantworteten auch kritische Fragen. Abgeschlossen wurde diese Vorbereitungsphase am gemeinsamen Nationalen Seminar in Bern, an welchem der Leiter des Integrationsbüros, Botschafter Urs Bucher, die europapolitische Strategie des Bundes präsentierte.
Das Kernstück des Projekts war erneut die Reise nach Brüssel. Dabei hatten die Teilnehmer Gelegenheit Vertreter verschiedener europäischer Institutionen kennenzulernen. Auf dem Programm standen Diskussionen mit Abgeordneten des Europäischen Parlamentes (Bilyana Raeva, Jo Leinen), Vertretern der Europäischen Kommission (Ulrich Trautmann, Sabine Zwaenepoel) und Philippe Ray, dem Pressesprecher der aktuellen französischen EU-Ratspräsidentschaft. Eine weitere interessante Sicht auf die EU eröffnete sich in den Gesprächen mit NZZ-Korrespondent Peter Winkler und Klaus Hullmann, vom Ausschuss der Regionen. Natürlich durfte auch ein Besuch im Sekretariat der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF), der europäischen Mutterorganisation der yes, nicht fehlen. Einen bleibenden Eindruck hinterliessen auch die aufschlussreichen Diskussionen mit Diplomaten der Schweizer Mission bei der EU. Botschafter De Watteville zeigte dabei eindrücklich die Möglichkeiten und Grenzen des Schweizer Verhandlungsspielraums als Nicht-Mitglied auf und Botschaftsrat Mock beschloss den Aufenthalt in der Schweizer Mission mit einer inspirierenden Ansprache zur Bedeutung des europäischen Projekts.
Als Ergänzung zu den zahlreichen Diskussionen engagierten sich die Teilnehmer im Rahmen von Workshops auch in der Ausarbeitung von parlamentarischen Vorstössen zu europapolitischen Themen und wurden dabei von Nationalrätin Tiana Moser (glp/zh) tatkräftig unterstützt. Praktisch anwenden konnten die Teilnehmer ihr Wissen ebenfalls im Euro-Quiz und in der Euro-Arena, in welcher eine Podiumsdiskussion zwischen Vertretern verschiedener Fraktionen des Europäischen Parlaments simuliert wurde. Schliesslich durften auch Ausgang und Freizeit nicht fehlen. Abwechslung garantierten der Besuch einer belgischen Bierbrauerei, die Auftritte in einer Brüsseler Karaoke-Bar oder ein Ausflug ins malerische Brügge.
Den Abschluss des Projekts bildete die Schlusskonferenz im Berner Politforum Käfigturm. Neben einer Präsentation der in Brüssel erarbeiteten parlamentarischen Initiativen stand am Morgen eine Visite des Bundeshauses und der Zuschauertribüne an. Nach der anschliessenden Übergabe der Vorstösse an die Nationalrätinnen Christa Markwalder (fdp/be) und Kathy Riklin (cvp/zh) wartete ein letzter Höhepunkt auf die Teilnehmer: eine offene und engagierte Podiumsdiskussion mit Vertretern der vier grossen Schweizer Jungparteien zum zukünftigen Platz der Schweiz in Europa.
Die Erfahrungen im Rahmen des Projekts zeigten wie eingangs erwähnt vor allem eines: Die Schweiz ist äusserst eng mit der EU verknüpft und von europäischen Entwicklungen betroffen, ohne aber ihr legitimes Mitspracherecht wahrzunehmen. Ein demokratisches Defizit ist folglich auch, aber nicht nur, bei der EU zu suchen, wie eine nähere Betrachtung des gegenwärtigen Bilateralen Wegs zeigt. Festzuhalten bleibt: Das Projekt „Europa“ bietet der Schweizer Jugend grenzenlose Möglichkeiten und eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Zukunft Europas lohnt sich auf jeden Fall.
Review Challenge Europe 2007
Dreissig wagemutige junge Schweizer aus allen Landesteilen stellten sich im September 2007 im Rahmen des Challenge Europe 2007 für eine Woche der gemeinsamen Herausforderung, Brüssel, das politische Machtzentrum Europas, zu erkunden.
In Begleitung der Nationalrätinnen Christa Markwalder Bär (fdp) und Evi Allemann (sps) trafen die Jugendlichen mit illustren Gästen zusammen. Dabei erläuterten die Gäste ihre Wahrneh-mung der EU sowie deren Politik und stellten ihre eigenen Aufgaben darin vor. Zu Wort kamen ganz unterschiedliche Akteure wie etwa die Interessenvertreter der Schweiz (Botschafter Mar-furt der Schweizer Mission in Brüssel), Akteure aus den EU-Institutionen (Vertreter der Kom-mission oder des Parlaments), Lobbyisten (etwa einer Umweltorganisation) oder Vertreter ei-ner pan-europäischen Jugendorganisation. Das während des Projektes erarbeitete Wissen liessen die Teilnehmenden in den Workshops in spannende Diskussionen und in die Ausarbeitung parlamentarischer Vorstösse zu europapolitischen Themen einfliessen. Letztere werden demnächst von einer parteiübergreifenden Trägerschaft von Nationalrätinnen und Nationalräten im Parlament eingereicht.
Damit inmitten einer solchen Informationsflut der Durchblick dennoch gewahrt blieb, durfte die legendäre Einführung in die belgische Bierkultur natürlich nicht fehlen! Und weil Politik (ähnlich wie Fussball) eben schlussendlich doch am meisten Spass bereitet, wenn man selber aktiv ist, kreuzten die Teilnehmenden zum Abschluss der Brüsselreise in einer Arena-Simulation im eu-ropäischen Kontext gekonnt die verbalen Klingen.
Fazit des Challenge Europe 2007:
Die Schweiz sollte Ihre Interessen und die vielen Chancen, die sich ihr in Brüssel bieten, bes-ser wahrnehmen und ein direkter Nachtzug Bern – Brüssel wäre wünschenswert – die nächtli-chen, mehr oder minder bequemen Busfahrten zwischen Bern und Brüssel lassen grüssen.
Review 2006
30 unverfrorene Jugendliche aus allen Landesteilen stellten sich 2006 der gemeinsamen Herausforderung. Das Ziel: Brüssel, die Hauptstadt Europas.
In Begleitung von Nationalrätin Christa Markwalder Bär trafen die Jugendlichen illustre Gäste in Brüssel, die ihren Blickwinkel auf die Politik der EU darlegten und ihre eigene Aufgabe darin vorstellten. Sei dies aus der Sicht der Schweiz (wie Botschafter Marfurt), aus der Sicht der EU (wie Vertreter der Kommission oder des Parlaments), aus der Sicht von Lobbyisten oder des kleinen Mitgliedstaates Finnland. Wer durchhielt und während der ganzen Woche in Brüssel die Augen offen halten konnte, bekam ein Rundum-Panorama der Politik Europas und seiner Institutionen serviert.
In Workshops erarbeiteten die Teilnehmenden parlamentarische Vorstösse, die von sechs vers. Nationalrät/innen im Dezember 2006 eingereicht wurden.
Der Weg ist noch nicht das Ziel – Dies gilt sowohl für die Europapolitik der Schweiz als auch für nächtliche mehr oder minder bequeme Busfahrten zwischen Bern und Brüssel.
Impressionen 2006
Review 2004
In Begleitung der beiden Nationalrätinnen Christa Markwalder und Evi Allemann sind 2004 zum zweiten Mal 30 junge Schweizerinnen und Schweizer nach Brüssel gereist. Mit intensiven Diskussionen, spannenden Referaten und viel belgischem Bier haben sich die Teilnehmenden dem Thema Europa gewidmet und eigene Ideen und Meinungen entwickelt. An der Schlusskonferenz in Bern wurden in einer spannenden Abstimmung zwei Vorstösse gekührt: unter anderem die Forderung nach einer EU-Delegation in der Schweiz. Dieser Wunsch ist – seit Januar 2007 – an der Bundesgasse 18 zur Realität geworden!
Impressionen 2004
Das «challenge europe» wurde 2002 zum ersten Mal durchgeführt. Nun startet das Projekt bereits in die 7. Runde. Berichte und Fotos aus den «challenge europe» 2004 und 2006 findest du hier und auf der homepage der yes.








